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Zitat des Monats

Das Fischweib

Am ersten Nachmittag saß ich rittlings auf einem Poller am Hafen und versuchte, die Schiffe zu zeichnen. Da fiel ein Schatten über mein Bild.
Sie war schon durch die niedrig über dem Meer stehende Sonne hindurchgegangen, als ich, von dem Schatten getroffen, aufblickte. Zuerst sah ich nur ihr Haar, sah einen schwarzen, wie Schlangen züngelnden Busch. Lockend wippte der von mir weg auf die steinerne Mole zu. Jetzt bemerkte ich auch ihr schwarzes Kleid, dem Körper angeschmiegt wie die eigene Haut, ihre Füße nackt auf dem Stein.
Ich sprang auf, machte ein paar Schritte, blieb stehen. Sie ging, als gäbe es kein Ende der Mole, als trüge sie Wasser wie Stein. Spät erst glitten die ankommenden Fischer in meinen verengten Blick. Die zog sie, hinaus schreitend, auf sich zu – eine schwarze Figur im Schnittpunkt knisternder Fäden. Auch mich zerrte sie noch näher heran.
Mit knappen Handgriffen legten die Fischer an. Sie schienen diesen schwarzen Schlangenbusch, der jetzt am Ende der Mole stehen geblieben war, zu kennen. Und doch hielten sie einen Moment inne, ihre Blicke konzentrierten sich auf das Weib, bevor einer nach dem anderen mit einer lauernden Langsamkeit seinen Fang aus dem Boot hob und auf den Steinen ausbreitete.

Das ist der Anfang einer Erzählung, mit der ich mich um den "Menantes-Preis für erotische Dichtung 2016" bewarb. Es gab mehr als 300 Einsendungen. Ich kam mit dem "Fischweib" unter die letzten Fünf und wurde zu einem "Wettlesen" nach Wandersleben/Türingen eingeladen. Den Preis gewann ich nicht.


Nachrichten aus der Schreibwerkstatt:

Mein Theaterstück "Sell und Wich und Wunderdich" ist - bis auf Feinheiten - fertig. Es behandelt in 20 Szenen die Geschichte meines Wohnortes Seulberg, der 2017 das stolze Alter von 1250 Jahren feiern wird. Der Vereinsring Seulberg und die Friedrichsdorfer Stadtarchivarin sind nun auf der Suche nach Darstellern. Bin für jeden sachdienlichen Hinweis dankbar.